Das Unternehmen erklärte in einem Bericht, das Risiko heruntergespielt zu haben, um eine Schließung des Atomkraftwerks aus Sicherheitsgründen zu vermeiden.
Sonntag, 14. Oktober 2012
Atomenergie ist DIE Zukunftstechnologie 3
Neues aus dem fernen Osten: Tepco wusste dass ihr Kraftwerk in Fukushima unsicher war. Sie haben das nur nicht zugegeben weil sie (offenbar zurecht) fürchteten die Lizenz wegen der Sicherheitsmängel zu verlieren.
Montag, 8. Oktober 2012
Atomenergie ist DIE Zukunftstechnologie 2
Letzte Woche hat EU-Energiekommissar Günther Oettinger die (ernüchternden) Ergebnisse des AKW Stresstests veröffentlicht. Kurz zusammengefasst: in den besten Fällen sind etliche Sicherheitsvorkehrungen zu treffen, insgesammt werden die notwendigen Verbesserungen wohl 25 Milliarden Euro kosten. Die Kleine Zeitung dazu:
Bonustrack: AKW-Stresstest zum selbermachen.
Der Bedarf, bei der Sicherheit nachzurüsten, betrifft alle Atomkraftwerke in Europa. "Es besteht kein Anlass zur Selbstzufriedenheit", stellte Oettinger fest.
[...]
Auch werden von der Westeuropäischen Atomaufsichtsbehörde (WENRA) Leitlinien gefordert, denn in den Notfallplänen bei Naturkatastrophen, einschließlich Erdbeben, Überflutungen und extreme Wetterbedingungen gebe es zu wenig Einheitlichkeit.
[...]
Für die tschechischen Atomkraftwerke Dukovany und Temelin empfiehlt die EU-Kommission etwa, dass Notfallausrüstung entsprechend gelagert werden muss, dass Leitlinien für schwere Unfälle vorliegen müssen, Wasserstoff-Explosionen in solchen Fällen verhindert werden müssen und Filter installiert werden, die ein Austreten von Radioaktivität beim Ablassen von Druck verhindern. Mängel bei der Erdbeben- und Überflutungssicherheit werden auch fast allen französischen AKW attestiert.
Bonustrack: AKW-Stresstest zum selbermachen.
Donnerstag, 4. Oktober 2012
Aussenansichten 3
Am Dienstag war unser neuerster Parteichef (der sich selbst NIEMALS so nennen würde) zu Gast in der ARD Polittalkshow Maischberger, unter anderem mit Thilo Sarrazin und Oskar Lafontaine. Mit seinem zumeist schon skuril anmutendem Selbstvertrauen scheint er die, von allzu eifrigen Populisten verschonte, Moderatorin Maischberger mitsammt ihren anderen Gästen durchaus aus dem Konzept gebracht zu haben. Die meiner Meinung nach beste Zusammenfassung des abends hat "Die Zeit".
Zwei Tage zuvor sah man in seinen Augen immer wieder kurz Verärgerung aufblitzen. Kleine rote Zornflecken erblühten auf seinen Wangen. Die Unbotmäßigkeit, der er dort am Sonntagabend in der TV-Gesprächsrunde Im Zentrum begegnet, war ihm weder vertraut, noch war er gewillt, sie hinzunehmen. Er sei zwar bereit, die eine oder andere Frage der anwesenden Medienleute zu beantworten, erklärte Frank Stronach gleich eingangs unverblümt, zu einer Diskussion mit den Hobbits aus der Zeitung sei er hingegen keineswegs zu bewegen. Einwände? Lächerlich.
[...]
Stronach hingegen meint nicht. Er weiß. Und er verkündet dieses, sein Evangelium nach Frank.
Ganz offen zeigt der Selfmademan seine Verachtung für jedes vermeintliche Expertenwissen. Bücherwürmer sind ihm suspekt, intellektuelles Gehabe ist ihm ein Graus, lediglich Zeit- und Geldverschwendung sei solches Gerede.
Sonntag, 30. September 2012
Aussenansichten 2
Die heutige Ausgabe der Aussenansichten würde genau so gut als Innenansichten durchgehen, denn "Die Zeit" hat ein sehr ausführliches Interview mit dem ehemaligen FPÖ Bürgermeisterkandidaten für Innsbruck August Penz. Bekannt wurde er mit den "Heimatliebe statt Marokkanerdiebe" Plakaten die angeblich ohne seine Zustimmung damals verteilt wurden, er erzählt darin wie innerhalb der FPÖ mit Kritik umgegangen wird und warum er seither aus der Partei ausgetreten ist.
Penz: Ich kannte nur den Entwurf. Strache war in Tirol, und es wurde über Slogans diskutiert. Ein Wahlkampfhelfer aus Wien hatte einen ganzen Packen Vorschläge mit dabei, darunter auch den Marokkaner-Diebe-Slogan. Doch über den haben wir nicht gesprochen, wir haben uns auch nicht für ihn entschieden. Ich wurde nicht gefragt, welchen Slogan ich möchte. Erst als das Plakat bereits gedruckt war, kurz bevor es affichiert wurde, hat man mir das lediglich mitgeteilt und mich damit vor vollendete Tatsachen gestellt. Gesehen habe ich es vorher aber nicht.
ZEIT: Wissen Sie, von wem der Slogan kommt?
Penz: Ich nehme an, von Herbert Kickl.
ZEIT: Kennen Sie FPÖ-Generalsekretär Kickl?
Penz: Einmal ist er zu mir gekommen. Wir haben zwei Stunden über verschiedene Dinge gesprochen. Aber eigentlich verfolgte er nur einen Gedanken: Wie kann man die politischen Gegner anpatzen und mit dummen Sprüchen diffamieren.
ZEIT: Hat Sie das ernsthaft überrascht?
Penz: Ein wenig schon, ja. Herbert Kickl ist ja nicht der Briefträger der FPÖ, sondern ihr Generalsekretär. Dass die FPÖ-Spitze immer Lust hat zu provozieren und dabei an die Grenze zu gehen, habe ich schon gespürt. Aber dem geht es wirklich nur ums Anpatzen. Und dabei ist er messerscharf und völlig skrupellos.
Freitag, 21. September 2012
Atomenergie ist DIE Zukunftstechnologie! Part 1
Dies soll neben den Aussenansichten eine weite (leider) öfter auftretende Kategorie werden.
Heute Nacht hat sich das AKW Three Miles Island wegen einer defekten Kühlpumpe runter gefahren.
Wem jetzt Tree Mile Island nichts sagt, das war noch vor Tschernobyl das erste Kernkraftwerk bei dem es ne Kernschmelze gab. Gemeinsam mit Fukushima wären dass 3 innerhalb von nicht mal 60 Jahren Kernenergienutzung (oder eine Kernschmelze alle 20 Jahre) eigentlich ein beeindruckender Schnitt für eine Technologie die angeblich auf sicheren Betrieb für 10.000 Jahre ausgelegt ist...
Ach ja, für Anwohner und Arbeiter bestand selbstvernatürlich zu keinem Zeitpunkt auch nur die geringste Gefährdung:
Heute Nacht hat sich das AKW Three Miles Island wegen einer defekten Kühlpumpe runter gefahren.
Wem jetzt Tree Mile Island nichts sagt, das war noch vor Tschernobyl das erste Kernkraftwerk bei dem es ne Kernschmelze gab. Gemeinsam mit Fukushima wären dass 3 innerhalb von nicht mal 60 Jahren Kernenergienutzung (oder eine Kernschmelze alle 20 Jahre) eigentlich ein beeindruckender Schnitt für eine Technologie die angeblich auf sicheren Betrieb für 10.000 Jahre ausgelegt ist...
Ach ja, für Anwohner und Arbeiter bestand selbstvernatürlich zu keinem Zeitpunkt auch nur die geringste Gefährdung:
Plant spokesperson Ralph DeSantis said there is no health risk and the public is not in danger.
Donnerstag, 20. September 2012
Aussenansichten 1
Ich hab mir vorgenommen in zukunft wieder öfter etwas zu bloggen, dafür dann meistens kürzere Beiträge, was nicht bedeuten soll dass es keine längeren Artikel geben wird (ich schreibe gerade an einem wieder etwas längerm). Des weiteren will ich für diverse sich wiederholende Themengebiete eigene Kategorien einführen eine davon wird "Aussenansichten" sein, in den Aussenansichten werde ich immer wieder Artikel, Reportagen usw. verlinken und vorstellen die unsere kleine Alpenrepublik von aussen betrachten (tja, das hat jetzt sicher niemand erwartet, nicht wahr).
Den Anfang hier macht die TAZ mit einem Bericht über die gestrigen Ereignisse: Aufklärung ist unerwünscht!
Den Anfang hier macht die TAZ mit einem Bericht über die gestrigen Ereignisse: Aufklärung ist unerwünscht!
Das bevorstehende unrühmliche Ende des Ausschusses entspricht einer Tradition. Auch seine Vorgänger, die sich mit politischem Mißbrauch bei der Beschaffung von Kampfjets und mit Manipulation in halbstaatlichen Banken befaßten, endeten vorzeitig. Als es wirklich spannend zu werden begann, beschlossen die Regierungsparteien ihre Beendigung.Und wieder einmal ärgert es mich dass ich recht habe, ich war schun zu Beginn des U-Ausschusses der Meinung dass er nichts bringen wird...
Donnerstag, 19. April 2012
Fefe über Nazis
Fefe über Nazis, er spricht mir aus der Seele (vor allem in der ersten Hälfte).
Ist euch aufgefallen, dass gerade 100% der immensen Presseberichterstattung über Nazis … im Kontext Piratenpartei abläuft? Ich finde das ja auf der einen Seite gut, dass unsere Presse endlich mal die Nazis als Problem thematisiert. Aber, äh, haben wir das Naziproblem außerhalb der Piratenpartei gelöst oder wie? Die Piraten sind jetzt die Schuldigen, und damit erschöpft sich die Schuldigkeit der Presse?
Und die ganze Rhetorik ist schon wieder nur so eine Ausgrenz- und Bestraf-Rhetorik! Keiner fragt mal, wo die Nazis eigentlich herkommen. Und ob man vielleicht im Vorfeld schon was tun könnte. Nein, es geht nur um "keinen Fußbreit den Nazis". Das ist, worauf sich unser öffentlicher Diskurs reduziert hat. Wen man abstrafen kann. Niemand hat überhaupt ein Interesse daran, das Problem zu lösen. Es geht nur noch darum, wem man die Schuld zuschieben kann, und die kriegen dann wochenlang die Hucke voll.
Was für ein erbärmliches Schauspiel.
Ich glaube ja, dass wir so den Nazis eher mehr Leute in die Arme treiben. Die sind doch jetzt schon eine in sich geschlossene Randgruppe, die Ausgegrenzung gewöhnt ist. Der Effekt ist ja nicht, dass das Problem weggeht, sondern nur dass wir nicht mehr mitkriegen, was die so machen. Und dann sind wir alle entsetzt und empört, wenn wieder ein Ausländer zu Tode geprügelt wird.
Und durch diese Kultur des Strohmann-Abstrafens haben wir es geschafft, dass die Nazis in Sachsen die Macht übernehmen konnten, und es keiner gemerkt hat. Weil keiner auf die Nazis geguckt hat. Wir waren damit beschäftigt, jemand anderen abzustrafen. In diesem Fall die Linken, wo das im Übrigen eine genau so blöde Strategie ist, nur dass die sich dann eben nicht zusammenrotten und Leute umbringen, die Linken, sondern lieber Tee machen und eine Tüte bauen.
Und dann wundern wir uns am Ende, dass der Verfassungsschutz auch keine Erkenntnisse hat.
Mittwoch, 29. Februar 2012
Was ist Geld?
Was ist Geld?
Disclaimer: In diesem Text ist mehrmals die Rede vom Staat, gemeint ist damit jedoch jegliche hoheitliche Organisationsform wie Nationalstaat, Staatengemeinschaft (z.B. USA, EU) oder auch ein „Weltstaat“.
Um diese, an sich, einfache Frage befriedigend zu beantworten muss man allerdings etwas weiter ausholen.
Um zu erklären was Geld ist muss man erst verstehen wie es mit Schulden zusammenhängt und wie auch Staatsschulden entstehen.
Die naheliegende Erklärung „der Staat leiht sich Werte von seinen Bürgern um seine Einnahmen übersteigende Ausgaben zu decken“ stimmt so schon länger nicht mehr. Einerseits ist der Prozentsatz an den Staatsschulden, die von Normalbürgern (z.B. durch privat gezeichnete Staatsanleihen o.Ä.) stammen, verschwindend gering. Andererseits liegt den Krediten von Großbanken keinerlei realer Wert mehr zugrunde. Das Geld selbst haben diese Banken auch schon lange nicht mehr; sie erschaffen einfach neue Schulden ohne nennenswerte Gegenleistung. Und sie korrumpieren seit Beginn der „Finanzkrise“ 2008 alle staatlichen Maßnahmen zur Wirtschaftsförderung. Die Finanzmittel die die Banken damals erhalten hatten, waren eigentlich zur direkten Weitergabe an die Kunden gedacht, viele nutzten die günstigen Kredite jedoch um ihr Eigenkapital zu erhöhen. Das muss man sich ja erst mal auf der Zunge zergehen lassen: da geben (nach Ansicht der Banken ZU) hochverschuldete Staaten den Banken Geld dass sie nicht haben, und diese Banken nehmen dieses „Ungeld“als Sicherheit und geben den Kunden Geld das sie selbst NICHT haben mit dem Verweis auf das Ungeld vom Staat. Nicht nur wird damit eine zusätzliche Virtualitätsebene eingezogen auf der quasi von privater Hand Geld „erschaffen“ wird, sondern auch noch reichlich Gewinn gemacht.
Dazu ein kleines Rechenbeispiel: Im Oktober 2008 hat die Erste Bank 2,7 Milliarden Euro zu günstigen Konditionen erhalten. Diese 2,7 Mrd. als Eigenkapital verwendet resultiert dann bei einer Eigenkapitalquote von 4% in 64,8 Mrd. an verleihbarem Geld, immerhin ein plus von 62,1 Mrd. OHNE JEGLICHE LEISTUNG! Und selbst wenn die Zinssätze für die Kunden nur ein Zehntel derer der Banken betragen würden bleibt das ein äußerst lukratives Geschäft, aber darum soll es ja gar nicht gehen, auch wenn das kein Einzelfall ist und sicherlich einen eigenen Beitrag wert wäre.
Wie umgehen mit den Schulden?
Wir haben also eben gelernt dass private Geschäfts- aber vor allem Investmentbanken in seltsamen Kreisläufen Geld aus nichts erschaffen, und das ist dann auch der Realwert dieses Geldes: nichts.
Folglich haben wir auf der einen Seite den Staat und normale Bürger die verschuldet sind und auf der anderen Banken die diese Schulden besitzen, und dann kommen Großbanken unterstützt von Ratingagenturen und diktieren dem Staat wie viel er an Zinsen zahlen soll für etwas das seinen einzigen (fiktiven) Wert durch genau diesen Staat erhält. Was wir gerade bei Griechenland, Spanien und so weiter sehen sind die Folgen dieses seltsamen Spiels, und sie werden auch bei den anderen Staaten auftreten, Rettungsschirm hin, Euro-Bonds her. Wenn wir also weitermachen wie bisher werden wir im Idealfall in naher Zukunft eine Verschärfung der Krise hinnehmen müssen um danach wieder für einige Jahre, womöglich einige Jahrzehnte wieder weiterzumachen bis zur nächsten Krise. Im schlimmsten Fall erleben wir einen Zusammenbruch aller Gesellschaftsstrukturen und finden uns innerhalb weniger Jahre, nach (Bürger-)Kriegen in weiten Teilen des sogenannten Westens in mittelalterlichen Verhältnissen wieder, damit einhergehender Verfall von Infrastruktur wie Straßen, Bahnlinien aber auch Energieversorgung. Ausgang ungewiss...
Alternativlos? Muss nicht sein!
Da aufgrund von Klimawandel und ungerechter Umverteilung von Wohlstand und Ressourcen (von Süden nach Norden und (zumindest von Europa aus betrachtet) von Ost nach West) um eine vernünftig funktionierende „Weltgesellschaft“ zu ermöglichen ohnehin erhebliche Veränderungen notwendig sind könnte man auch gleich die Methoden zur Geldgenerierung anders Denken.
Deshalb hier noch ein kleines „Was wäre wenn“:
Was wäre wenn ein Staat den Geldverkehr virtualisiert und dann sämtliche Staatsausgaben durch „neues“ Geld, mit festgelegtem Kurs (z.B. 1 Liter Milch = 1 Credit, siehe auch dieser Podcast ab ca. 1:48:00), deckt und Steuern dazu verwendet Geld aus diesem Kreislauf zu entziehen um Inflation zu verhindern. Also der Wert des Geldes an Produkten festgemacht wird und nicht wie bisher der Wert des Produktes am Geld. Damit würde A) der Staat die Hoheit über die Geldgenerierung zurückgewinnen B) würden Investitionen in Infrastruktur, Bildung, Gesundheitswesen usw. direkt bei denen ankommen könnten die die Arbeit erledigen (ohne Umweg über eine Bank) und C) deuten geschichtliche Ereignisse darauf hin dass wenn einem System Mittel zugeführt werden sich die technologische & gesellschaftliche Entwicklung beschleunigt.
Wie so eine bankenfreie Gesellschaft dennoch Werte tauschen kann ohne nur von Tauschhandel abhängig aussehen könnte wurde heuer im Sommer am CCCamp vorgestellt (Der Ton am Anfang ist etwas kaputt, das wird aber besser).
Und warum das Ganze?
Nun ja, das es nicht funktioniert wie es jetzt läuft dürfte den meisten inzwischen klar geworden sein. Da Geld eben keinen inhärenten Wert hat sondern dieser Wert ohnehin schon von dem Staat in der es verwendet wird zugewiesen wird ist es doch irgendwie naheliegend wenn dieser Staat die Kontrolle über die (offiziell gültige) Währung hat.
Ich will nur eine Idee vorstellen, keine endgültigen Lösungen, ich bin mir sicher dass diese Idee noch etliche Probleme enthält die ich nicht angesprochen/nicht bedacht habe.
Allerdings bin ich mir nicht sicher ob es unlösbare Probleme sind ;-)
Weiterführende Links:
Zum Hören:
ALT016: Geld, Bitcoin, Währungspolitik und Gold
CRE182 Elektronisches Geld
DR188: Geld
KL004: Geld und Quasigeld
Zum Lesen:
How fake money saved Brazil
Money, Debt, the Economy and the 2008 Financial Crisis explained for Nerds and other interested Mortals
Disclaimer: In diesem Text ist mehrmals die Rede vom Staat, gemeint ist damit jedoch jegliche hoheitliche Organisationsform wie Nationalstaat, Staatengemeinschaft (z.B. USA, EU) oder auch ein „Weltstaat“.
Um diese, an sich, einfache Frage befriedigend zu beantworten muss man allerdings etwas weiter ausholen.
Um zu erklären was Geld ist muss man erst verstehen wie es mit Schulden zusammenhängt und wie auch Staatsschulden entstehen.
Die naheliegende Erklärung „der Staat leiht sich Werte von seinen Bürgern um seine Einnahmen übersteigende Ausgaben zu decken“ stimmt so schon länger nicht mehr. Einerseits ist der Prozentsatz an den Staatsschulden, die von Normalbürgern (z.B. durch privat gezeichnete Staatsanleihen o.Ä.) stammen, verschwindend gering. Andererseits liegt den Krediten von Großbanken keinerlei realer Wert mehr zugrunde. Das Geld selbst haben diese Banken auch schon lange nicht mehr; sie erschaffen einfach neue Schulden ohne nennenswerte Gegenleistung. Und sie korrumpieren seit Beginn der „Finanzkrise“ 2008 alle staatlichen Maßnahmen zur Wirtschaftsförderung. Die Finanzmittel die die Banken damals erhalten hatten, waren eigentlich zur direkten Weitergabe an die Kunden gedacht, viele nutzten die günstigen Kredite jedoch um ihr Eigenkapital zu erhöhen. Das muss man sich ja erst mal auf der Zunge zergehen lassen: da geben (nach Ansicht der Banken ZU) hochverschuldete Staaten den Banken Geld dass sie nicht haben, und diese Banken nehmen dieses „Ungeld“als Sicherheit und geben den Kunden Geld das sie selbst NICHT haben mit dem Verweis auf das Ungeld vom Staat. Nicht nur wird damit eine zusätzliche Virtualitätsebene eingezogen auf der quasi von privater Hand Geld „erschaffen“ wird, sondern auch noch reichlich Gewinn gemacht.
Dazu ein kleines Rechenbeispiel: Im Oktober 2008 hat die Erste Bank 2,7 Milliarden Euro zu günstigen Konditionen erhalten. Diese 2,7 Mrd. als Eigenkapital verwendet resultiert dann bei einer Eigenkapitalquote von 4% in 64,8 Mrd. an verleihbarem Geld, immerhin ein plus von 62,1 Mrd. OHNE JEGLICHE LEISTUNG! Und selbst wenn die Zinssätze für die Kunden nur ein Zehntel derer der Banken betragen würden bleibt das ein äußerst lukratives Geschäft, aber darum soll es ja gar nicht gehen, auch wenn das kein Einzelfall ist und sicherlich einen eigenen Beitrag wert wäre.
Wie umgehen mit den Schulden?
Wir haben also eben gelernt dass private Geschäfts- aber vor allem Investmentbanken in seltsamen Kreisläufen Geld aus nichts erschaffen, und das ist dann auch der Realwert dieses Geldes: nichts.
Folglich haben wir auf der einen Seite den Staat und normale Bürger die verschuldet sind und auf der anderen Banken die diese Schulden besitzen, und dann kommen Großbanken unterstützt von Ratingagenturen und diktieren dem Staat wie viel er an Zinsen zahlen soll für etwas das seinen einzigen (fiktiven) Wert durch genau diesen Staat erhält. Was wir gerade bei Griechenland, Spanien und so weiter sehen sind die Folgen dieses seltsamen Spiels, und sie werden auch bei den anderen Staaten auftreten, Rettungsschirm hin, Euro-Bonds her. Wenn wir also weitermachen wie bisher werden wir im Idealfall in naher Zukunft eine Verschärfung der Krise hinnehmen müssen um danach wieder für einige Jahre, womöglich einige Jahrzehnte wieder weiterzumachen bis zur nächsten Krise. Im schlimmsten Fall erleben wir einen Zusammenbruch aller Gesellschaftsstrukturen und finden uns innerhalb weniger Jahre, nach (Bürger-)Kriegen in weiten Teilen des sogenannten Westens in mittelalterlichen Verhältnissen wieder, damit einhergehender Verfall von Infrastruktur wie Straßen, Bahnlinien aber auch Energieversorgung. Ausgang ungewiss...
Alternativlos? Muss nicht sein!
Da aufgrund von Klimawandel und ungerechter Umverteilung von Wohlstand und Ressourcen (von Süden nach Norden und (zumindest von Europa aus betrachtet) von Ost nach West) um eine vernünftig funktionierende „Weltgesellschaft“ zu ermöglichen ohnehin erhebliche Veränderungen notwendig sind könnte man auch gleich die Methoden zur Geldgenerierung anders Denken.
Deshalb hier noch ein kleines „Was wäre wenn“:
Was wäre wenn ein Staat den Geldverkehr virtualisiert und dann sämtliche Staatsausgaben durch „neues“ Geld, mit festgelegtem Kurs (z.B. 1 Liter Milch = 1 Credit, siehe auch dieser Podcast ab ca. 1:48:00), deckt und Steuern dazu verwendet Geld aus diesem Kreislauf zu entziehen um Inflation zu verhindern. Also der Wert des Geldes an Produkten festgemacht wird und nicht wie bisher der Wert des Produktes am Geld. Damit würde A) der Staat die Hoheit über die Geldgenerierung zurückgewinnen B) würden Investitionen in Infrastruktur, Bildung, Gesundheitswesen usw. direkt bei denen ankommen könnten die die Arbeit erledigen (ohne Umweg über eine Bank) und C) deuten geschichtliche Ereignisse darauf hin dass wenn einem System Mittel zugeführt werden sich die technologische & gesellschaftliche Entwicklung beschleunigt.
Wie so eine bankenfreie Gesellschaft dennoch Werte tauschen kann ohne nur von Tauschhandel abhängig aussehen könnte wurde heuer im Sommer am CCCamp vorgestellt (Der Ton am Anfang ist etwas kaputt, das wird aber besser).
Und warum das Ganze?
Nun ja, das es nicht funktioniert wie es jetzt läuft dürfte den meisten inzwischen klar geworden sein. Da Geld eben keinen inhärenten Wert hat sondern dieser Wert ohnehin schon von dem Staat in der es verwendet wird zugewiesen wird ist es doch irgendwie naheliegend wenn dieser Staat die Kontrolle über die (offiziell gültige) Währung hat.
Ich will nur eine Idee vorstellen, keine endgültigen Lösungen, ich bin mir sicher dass diese Idee noch etliche Probleme enthält die ich nicht angesprochen/nicht bedacht habe.
Allerdings bin ich mir nicht sicher ob es unlösbare Probleme sind ;-)
Weiterführende Links:
Zum Hören:
ALT016: Geld, Bitcoin, Währungspolitik und Gold
CRE182 Elektronisches Geld
DR188: Geld
KL004: Geld und Quasigeld
Zum Lesen:
How fake money saved Brazil
Money, Debt, the Economy and the 2008 Financial Crisis explained for Nerds and other interested Mortals
Samstag, 24. Dezember 2011
Musik für Alle: Sammelpost
01: Flip & Average
02: NanowaR
03: Diablo Swing Orchestra
04: Legitimate Buisness
05: Das Frivole Burgfräulein
06: Torrentz
07: Taktical
08: Kabuto The Python And B.C.
09: Unavoidable
10: General Union
11: PK Mao
12: Prague Ska Conspiracy
13: Blumentopf
14: Jammin*Inc
15: Baba Brinkman
16: Giant Robot
17: Dr. Awkward
18: Portal 2 OST
19: Old Slush
20: Louis Lingg and the Bombs
21. Deafinition
22. Girl Talk
23: Pornophonique
24: Früchte des Zorns
02: NanowaR
03: Diablo Swing Orchestra
04: Legitimate Buisness
05: Das Frivole Burgfräulein
06: Torrentz
07: Taktical
08: Kabuto The Python And B.C.
09: Unavoidable
10: General Union
11: PK Mao
12: Prague Ska Conspiracy
13: Blumentopf
14: Jammin*Inc
15: Baba Brinkman
16: Giant Robot
17: Dr. Awkward
18: Portal 2 OST
19: Old Slush
20: Louis Lingg and the Bombs
21. Deafinition
22. Girl Talk
23: Pornophonique
24: Früchte des Zorns
Musik für Alle: 24/24
So, jetzt hab ich es wirklich 24 Tage lang durchgehalten JEDEN Tag zumindest ein bisschen etwas zu schreiben, ich muss gestehen als ich dieses Projekt gestartet haben war ich mir nicht ganz sicher ob sich das ausgeht. Dass ich genug Musik finden werde war allerdings nie ein Problem, dafür gibt es einfach zu viel und man muss nur wissen wo man sucht...
Nun denn, zum Abschluss dieses Projekts hab ich mir etwas (meiner Meinung nach) ganz besonderes aufgehoben: Die Früchte des Zorns.
Auch wenn der Name nach eher lauter Musik klingt und ich diese Band als Punk einordnen würde ist deren Stil eher ruhig und bedächtig, absolut Empfehlung für alle Alben!
Anspieltipps: Schlag zurück, Du sagst, Scheiben splittern, Unsa Haus, Ein Koffer voller Fragen
Nun denn, zum Abschluss dieses Projekts hab ich mir etwas (meiner Meinung nach) ganz besonderes aufgehoben: Die Früchte des Zorns.
Auch wenn der Name nach eher lauter Musik klingt und ich diese Band als Punk einordnen würde ist deren Stil eher ruhig und bedächtig, absolut Empfehlung für alle Alben!
Anspieltipps: Schlag zurück, Du sagst, Scheiben splittern, Unsa Haus, Ein Koffer voller Fragen
Freitag, 23. Dezember 2011
Musik für Alle: 23/24
Ich lass jetzt erst einfach mal die Homepage der heutigen Band sprechen:
Und ich würde jeder und jedem empfehlen da zumindest mal rein zuhören, so etwas hört man dann doch nicht alle Tage ;-)
Pornophonique - 8-Bit Lagerfeuer
Anspieltipps: sad robot, space invaders, rock'n'roll hall of fame
eine gitarre.Tjo, das beschrebt Pornophonique schon relativ gut, und auch wenn ich elektronische Musik im allgemeinen nicht mag muss ich sagen dass ich auf deren Sound stehe.
ein gameboy.
ein c64.
zwei typen.
space invaders samples.
lagerfeuergeschrabbel.
gameboygedudel.
auch gesang mit dabei.
lowtech.
lo-fi.
micro.
porn.
Und ich würde jeder und jedem empfehlen da zumindest mal rein zuhören, so etwas hört man dann doch nicht alle Tage ;-)
Pornophonique - 8-Bit Lagerfeuer
Anspieltipps: sad robot, space invaders, rock'n'roll hall of fame
Donnerstag, 22. Dezember 2011
Musik für Alle: 22/24
Girl Talk irgendwo einzuordnen dürfte wohl so viel versprechend zu sein wie Helium in einem Sieb zu transportieren, darum versuch ich es gar nicht erst...
Er macht auch keine Musik im herkömmlichen Sinn, sondern er schneidet vielmehr dutzende kleine Soundschnippsel zu neuen Songs zusammen.
Aber im Gegensatz zu herkömmlichen Mash-Ups werden nicht zwei Tonspuren übereinander gelegt, sondern hintereinander, aber hört selbst: All Day!
Anspieltipp: Oh No
Er macht auch keine Musik im herkömmlichen Sinn, sondern er schneidet vielmehr dutzende kleine Soundschnippsel zu neuen Songs zusammen.
Aber im Gegensatz zu herkömmlichen Mash-Ups werden nicht zwei Tonspuren übereinander gelegt, sondern hintereinander, aber hört selbst: All Day!
Anspieltipp: Oh No
Mittwoch, 21. Dezember 2011
Musik für Alle: 21/24
Mehr Nerdcore, diesmal allerdings mit erheblichen Rockeinflüssen.
Viel Vergnügen mit: Deafinition - Resurrection
Anspieltipps: Fiya, Bad move
Viel Vergnügen mit: Deafinition - Resurrection
Anspieltipps: Fiya, Bad move
Dienstag, 20. Dezember 2011
Musik für alle: 20/24
Spezialität des Tages: französischer Punk (zum Glück mit englischen Texten, ich mag Französisch nämlich nicht).
Louis Lingg and the Bombs klingen nach Dead Kennedys, Antiflag und ein klein wenig Rage Against the Machine mit eingen Abstechern Richtung Pop (eh nicht zu viel) und punkifizerten Kinderreimen.
Das Album "Lullabies for Mutant Monkeys" gibts bei Jamendo zum runterladen
Anspieltipps: Zapatista, Conspiracy
Louis Lingg and the Bombs klingen nach Dead Kennedys, Antiflag und ein klein wenig Rage Against the Machine mit eingen Abstechern Richtung Pop (eh nicht zu viel) und punkifizerten Kinderreimen.
Das Album "Lullabies for Mutant Monkeys" gibts bei Jamendo zum runterladen
Anspieltipps: Zapatista, Conspiracy
Montag, 19. Dezember 2011
Musik für Alle: 19/24
Wie Garfield schon erkannte: Montage nerven!
Daher werd ich mich mal wieder kurz fassen uns euch den heutigen Link einfach so geben.
Anspieltipps: Schon wieder Montag, Ärger mit dem Verstärker, Pizza Salami mit Schinken
Daher werd ich mich mal wieder kurz fassen uns euch den heutigen Link einfach so geben.
Anspieltipps: Schon wieder Montag, Ärger mit dem Verstärker, Pizza Salami mit Schinken
Abonnieren
Posts (Atom)